Heidenheimer Zeitung
Gerstetten

Neues Kinder-Camp: Ab in die Wildnis

Ein Stück Wildnis mitten auf der Alb: Noch bis Samstag leben 16 Kinder und Jugendliche im ersten Bussard-Kinder-Ferien-Camp am Gerstetter Ortsrand. Dahinter steht der im Januar gegründete Verein Er-Leben Natur & Wildnis, der sich der Wildnispädagogik widmet.

Jens Eber | 0 0 0
Natur pur und alles, bloß kein Stress: erstmals fand am Gerstetter Ortsrand ein Bussard-Kinder-Ferien-Camp statt, ausgerichtet von einem neuen Verein, der Wildnispädagogik praktiziert.

Foto: Fotos: Jens Eber

 

 

Natur pur und alles, bloß kein Stress: erstmals fand am Gerstetter Ortsrand ein Bussard-Kinder-Ferien-Camp statt, ausgerichtet von einem neuen Verein, der Wildnispädagogik praktiziert. 
 

Am zweiten Camp-Tag ist das Ritual schon Routine geworden: Die Teilnehmer und ihre Betreuer versammeln sich nach dem Frühstück zum Redekreis in der großen Jurte rund ums Feuer. Wildnispädagoge Volker Otterbach aus dem Schwarzwald reicht einen mit einer Feder versehenen Holzstock herum, und wer ihn gerade in der Hand hat, erzählt, wie es ihm geht, wie er den ersten Tag erlebt hat. Für manche gab es zu wenig Schlaf, ein paar waren wohl etwas unruhig – und alle scheinen sich auf die Aktivitäten des zweiten Tages zu freuen. Stockkampf üben, Bogenschießen, Feuer machen, Essen besorgen, kochen, spülen, kurz: Leben wie in der Wildnis.
 

16 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sieben und 15 Jahren sind mit fünf Betreuern und Mentoren im Camp, aufgeteilt in vier „Clans“, die sich auf dem Gelände am Ortsrand eigene Bereiche geschaffen haben und auch jeweils miteinander kochen. Dabei findet nach und nach auch jeder seine Aufgaben. „Hier sind alle gleichberechtigt“, sagt der Gerstetter Marcus Köhler, der zu den Gründern des Vereins Er-Leben gehört. Jeder Teilnehmer bringe eigene Stärken und Talente mit, also könne auch jeder etwas für die Gruppe tun. Viele Kinder bekämen im Alltag nur wenig Anerkennung. Im Camp sollen sie auf vielen Ebenen ihre Talente beweisen und ihren Wert innerhalb der Gemeinschaft erkennen können. Dabei ist das Bussard-Camp nicht auf Leistung ausgelegt – wer eine Pause braucht, ruht sich einfach aus. Die Gruppe als Ganzes sorgt schon dafür, dass alles rund läuft.
 

Köhler ist wie Otterbach Wildnispädagoge, beide erzählen die Geschichte des Apachen Stalking Wolf, der einer Legende nach als junger Mann der Vision folgte, sich das Wissen und die Werte indianischer Kultur von alten Meistern anzueignen und sie weiterzugeben und so in die Welt tragen. Stalking Wolf wanderte demnach 63 Jahre umher, bis er auf den siebenjährigen Tom Brown traf. Brown wurde mit der Zeit zu einem perfekten Spurenleser und gibt wiederum bis heute sein Wissen an einen wachsenden Kreis von Menschen weiter, die sich wieder stärker der Natur und ihren Zusammenhängen annähern wollen. Suchte man nach Überbegriffen für den gedanklichen Ansatz des Vereins, drängten sich Entschleunigung, Erdung und Achtsamkeit auf.
 

Diesen Ansatz tragen auch die aktuell elf Vereinsmitglieder mit, die ihre Aktivitäten breit anlegen: Allein im Bussard-Camp reicht die Spanne vom Feuermachen über Kräuterwanderungen und Vogelbestimmung bis hin zum Stockkampf, der längst nicht so martialisch ist, wie es zunächst klingt, sondern vor allem die Motorik der Kinder anspricht.
 

Zu Beginn der Sommerferien wurde ein Ferienlager veranstaltet, bei dem die Kinder allerdings abends nach Hause gingen, während sie nun vier Tage am Stück draußen sind. Für den Oktober ist ein Survival-Grundkurs geplant. „Wir sind sehr offen für neue Ideen“, betont Köhler, der beispielsweise auch den Bau eines einfachen Pizza-Ofens in die Camp-Tage integriert hat. So könnten unter dem Dach des Vereins künftig unterschiedlichste Kurse und Angebote stattfinden.

Info Weitere Infos zum Verein gibt es unter www.er-leben.eu
Jens Eber | 0 0 0
 
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